Zugunglück bei Toledo: 69 Tote
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Am Morgen des 28. Oktober fuhr bei Urda (Toledo) ein AVE-Zug der Renfe mit 393 Fahrgästen auf einen stehenden Iryo-Zug mit 147 Fahrgästen auf. Nach Angaben der Regierung von Kastilien-La Mancha sind bis zum 30. Oktober 69 Menschen gestorben, mehr als hundert wurden verletzt, rund 50 liegen noch im Krankenhaus. Eine erste Schätzung der staatlichen Unfalluntersuchungsbehörde AITAT beziffert die Aufprallgeschwindigkeit auf 160–200 km/h. Die Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Andalusien bleibt gesperrt, ein Termin für die Wiedereröffnung steht nicht fest.
Der Zusammenstoß ereignete sich um 8:53 Uhr auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Madrid–Andalusien nahe dem Bahnhof Urda. Nach ersten Angaben fiel gegen 8:30 Uhr das Sicherungssystem LZB aus, und alle Züge auf dem Abschnitt hielten automatisch an. Laut elDiario.es, das Mitschnitte des Funkverkehrs veröffentlicht hat, erlaubte die Leitzentrale in Atocha dem AVE danach die Weiterfahrt mit normaler Geschwindigkeit, obwohl in dieser Lage „auf Sicht“ mit etwa 40 km/h gefahren werden muss; bis zum Unglück vergingen rund 17 Minuten. Verkehrsminister Óscar Puente nannte die Entscheidung unerklärlich, lehnte am 30. Oktober aber einen Rücktritt ab. Die endgültigen Ursachen klären technische Ermittler und ein Gericht in Orgaz.

Bis zum 30. Oktober führten Rechtsmediziner in Toledo und Ciudad Real 65 Obduktionen durch, die Guardia Civil identifiziert die Opfer anhand von Fingerabdrücken. Drei Menschen von der Vermisstenliste wurden lebend gefunden; 67 Meldungen sind noch offen, darunter auch für ausländische Staatsangehörige. Renfe und Iryo haben begonnen, den Familien Vorschüsse zu zahlen: nach EU-Recht mindestens 21.000 Euro pro Todesopfer.
Für Bewohner der Costa Blanca: Die Züge Alicante–Madrid fahren auf einer anderen Strecke, nach Andalusien kommt man über Madrid derzeit aber nicht mit dem Hochgeschwindigkeitszug. Renfe befördert die Reisenden mit Bussen, laut Infobae mindestens bis Dienstag, 3. November; Ouigo verkauft auf dieser Strecke bis zum 2. November keine Tickets. Erstattungen und Umbuchungen beantragen Sie online beim Betreiber.
Originalquelle: RTVE · Infobae · elDiario.es ↗