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Kurzmeldung · Regierung und Spanien

Umweltzonen: Bußgelder ohne Schonfrist

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Veröffentlicht auf Tairix
Die Calle San Pascual in Torrevieja, nördliche Zufahrt der Zone (Archivfoto, 2022)
Die Calle San Pascual in Torrevieja, nördliche Zufahrt der Zone (Archivfoto, 2022) · Foto: Ximonic (Simo Räsänen) / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0

Die Regierung verpflichtet Städte, die Umweltzonen (ZBE) betreiben müssen, Verstöße tatsächlich zu ahnden, ohne lange Moratorien. In Torrevieja gelten Bußgelder von 200 € für Autos ohne Umweltplakette ab dem 1. Januar 2027.

Am 3. November änderte der Ministerrat das Königliche Dekret 1052/2022 über Umweltzonen. Laut Ministerium für den ökologischen Wandel (MITECO) müssen Gemeinden, die eine solche Zone einrichten müssen, nun schriftlich nachweisen, dass die Beschränkungen tatsächlich greifen: melden, wann Einfahrts-, Fahr- und Parkverbote nach Umweltklasse des Fahrzeugs in Kraft getreten sind und wann Kameras und Kontrollsysteme laufen. Kommunale Satzungen müssen die Sanktionen des staatlichen Verkehrsrechts anwenden, ohne Übergangsregeln, die Bußgelder hinauszögern.

Bodenmarkierung der Umweltzone Madrid Central (Archivfoto, Illustration)
Bodenmarkierung der Umweltzone Madrid Central (Archivfoto, Illustration) · Foto: Diario de Madrid / Wikimedia Commons, CC BY 4.0

📍 Warum die Regierung die Regeln verschärft

Das Ministerium nennt klar, was in den ersten Jahren schieflief: zu lange Moratorien für Bußgelder, Zonen ganz ohne Beschränkungen nach Umweltklasse und Zonen so klein, dass sie nur ohnehin gesperrte Straßen umfassten. Pflicht ist die Zone für Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern, Inselgebiete und Städte über 20.000, die Luftqualitätsgrenzwerte überschreiten. In der Provinz Alicante gehören zur ersten Gruppe unter anderem Alicante, Elche, Torrevieja, Orihuela und Benidorm. Ein Datum für das Inkrafttreten nennt die Mitteilung des Ministeriums nicht.

📍 Torrevieja: Bußgelder ab 1. Januar 2027

Der Stadtrat von Torrevieja hat die Satzung zur Umweltzone am 22. Dezember 2025 endgültig beschlossen (22 Ja-, 2 Gegenstimmen). Laut Text gilt bis zum 31. Dezember 2026 ein Moratorium: keine Bußgelder, Verstöße werden höchstens per Hinweisschreiben mitgeteilt. Ab dem 1. Januar 2027 gilt die Zone voll in ihrer ersten Phase, im Zentrum. Laut Stadt liegen die Zufahrten an der Calle San Pascual im Norden, an den Promenaden Vistalegre, Libertad und Juan Aparicio im Süden, an der Calle Patricio Zammit im Osten sowie an der Avenida Faleria und der Calle Orihuela im Westen. Ein Verstoß ist schwerwiegend: 200 € Bußgeld, bei Wiederholung innerhalb eines Jahres 30 % mehr. Die zweite, größere Phase beginnt am 1. Januar 2029.

📍 Wen es betrifft

Die Beschränkungen in Torrevieja richten sich gegen Fahrzeuge ohne DGT-Umweltplakette. Laut Satzung dürfen ohne gesonderte Genehmigung einfahren: Pkw und Motorräder mit Plakette B, C, ECO und CERO, Mopeds, historische Fahrzeuge sowie Autos von Bewohnern, die innerhalb der Zone gemeldet (empadronados) sind, mit oder ohne Plakette. Halter von Autos ohne Plakette, die in der Zone arbeiten, eine Garage haben oder ein Kind zur Schule bringen, müssen vorab eine Genehmigung im städtischen Register beantragen. Kontrolliert wird mit Kennzeichenkameras: Im Mai vergab die Stadt einen Auftrag über 1.189.213 € aus EU-Mitteln an Estacionamientos y Servicios, mit 13 kontrollierten Zufahrten in Phase eins und 26 weiteren in Phase zwei.

📍 Alicante und andere Städte

In Alicante läuft die Umweltzone formal seit Januar 2025, laut den FAQ auf der Website der Stadt gelten Beschränkungen aber nur in der Altstadt (Casco Antiguo), die schon zuvor Anwohnern und berechtigten Fahrzeugen vorbehalten war; alle anderen fahren ohne Beschränkungen und Bußgelder. Zonen ohne Beschränkungen nach Umweltklasse sind genau eines der Probleme, die das Ministerium nennt. Ob Alicante sein Modell ändert und wie sich die neuen Regeln auf Elche, Orihuela und Benidorm auswirken, hatten die Stadtverwaltungen zum Zeitpunkt der Prüfung nicht mitgeteilt.

📍 Was Sie jetzt prüfen sollten

Die Umweltklasse des eigenen Autos lässt sich per Kennzeichen auf der DGT-Website (Bereich „Distintivo ambiental“) abfragen, dort steht auch, wie man die Plakette bekommt. Fahrzeuge mit ausländischem Kennzeichen haben keine DGT-Plakette: Die Satzung von Torrevieja erwähnt ein städtisches Register für ausländische und andere berechtigte Fahrzeuge, daher sollte man vor dem 1. Januar bei der Stadt klären, wie sie einfahren dürfen. Wer im Zentrum von Torrevieja gemeldet ist, sollte prüfen, ob der Padrón aktuell ist: Er berechtigt zur Einfahrt ohne Plakette.

Originalquelle: MITECO ↗

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